Die Schweiz - Wunderschöne Natur und sehr viel Regen
- leonieschmittinger

- 5. Mai 2023
- 3 Min. Lesezeit
Mein erster ganzer Tag durch die Schweiz sollte wettertechnisch der Schönste meiner kompletten Route durch die Schweiz sein. Zum Glück wusste ich das jedoch vorher nicht!
Es ging von Lugano im strahlenden Sonnenschein durch Wälder und über kleinere Berge nach Bellinzona. Ich genoss wunderschöne Ausblicke auf den Luganersee und die schneeverschneiten Berge.

Blick auf den Luganersee
In Bellinzona wurde ich von David, einem Freund, den ich in Namibia kennengelernt hatte, abgeholt, da er mir angeboten hatte, bei ihm zu übernachten.
Am kommenden Morgen regnete es. Ich entschied mich dennoch eine Etappe zu laufen und kam bis nach Biasca, bevor mir dann so kalt wurde, dass ich mit dem Bus wieder zu David zurückkehrte und am nächsten Tag bei anhaltendem Regen pausierte.
Durch den Schneefall in den Bergen war dann auch meinen letzte Hoffnung dahin, dass ich über irgendeine Passstraße noch auf die andere Seite der Alpen käme und so fuhr David mich am Tag darauf mit dem Auto nach Göschenen und ich setzte dort meine Strecke fort.
Und diese Entscheidung sollte sich auch als richtig herausstellen, da ich anschließend keinen Tag mehr ohne nicht wenigstens leichten Regen hatte. Zwei Mal hagelte es sogar, zum Glück jedoch nicht lange und recht kleine Hagelkörner.

Ausflug nach Bellinzona am Pausen-Tag
Den ersten Teil nach Göschenen musste ich teils auf die Straße ausweichen, da im Winter die Brücken auf dem Wanderweg abgenommen werden. Anschließend waren die Wanderwege jedoch wieder passierbar.
An der Reuss entlang führte mich ein entspannter Weg zum Vierwaldstättersee, an welchem ich abends auf einem Camingplatz dann mein Zelt aufschlug.
Den meisten Teil dieses Tages hatte ich sogar Sonnenschein und einen traumhaften Blick auf die schneebedeckten Berge, von denen ich mich nun wieder entfernte.

Der Vierwaldstättersee - selbst im Regen traumhaft
Am Tag darauf folgte ich einem schönen Pfad entlang des Sees und schließlich über die Schwyz und Haggenegg bis nach Einsiedeln, wo ich auf der gegenüberliegenden Seite des Sihlsees noch einen Campingplatz fand.
Der Tag begann und endete mit Regen, aber ich war halbwegs trocken und manchmal reicht das schon, um glücklich zu sein...

Manchmal wird man vom Regen wieder eingeholt...
Von Einsiedeln ging es über den Zürichsee bis nach Rüti. Abends traf ich mich dann mit einer Freundin in Rapperswill, die ich seit Jahren nicht gesehen hatte und wir hatten eine super schöne Zeit mit hervorragendem Essen.
Ich weiß immer noch nicht, wie es es geschafft habe, aber anderthalb Tage später stand ich tatsächlich in Konstanz.
Kurz nach Rüti hatte ich noch eine wunderbare Begegnung mit Katharina und Christoph. Sie läuft schon seit ein paar Jahren den E1 in Etappen in ihrem Urlaub und er möchte den E1 dieses Jahr mit dem Fahrrad fahren.
Selten genug, dass ich überhaupt Menschen treffe, die den E1 kennen, so sind zwei auf einmal eine ebenso verrückte wie wunderbare Begegnung gewesen und Christoph lud uns zu einem Tee ins warme Haus ein.
Nach einem schönen Gespräch brachen Katharina und ich wieder in entgegengesetzte Richtungen auf, aber nicht, bevor wir alle die Kontakte austauscht hatten.
Es mag die Vorfreude auf die Grenze gewesen sein, aber sowohl meine Beine als auch mein Kopf wollten nicht mehr stoppen. Schließlich wurden erstere dann doch müde und ich klingelte bei einem Haus abseits der Straße, um zu fragen, ob ich dort neben dem Grundstück übernachten dürfe. Es war überhaupt kein Problem und so war mein Nachtlager gesichert und ich konnte am nächsten Morgen früh aufbrechen, um die letzten Kilometer bis zur deutschen Grenze zurückzulegen.

Kein Besuch in der Schweiz ohne Toblerone
Somit hatte ich die Schweiz nach etwas mehr als einer Woche auch schon wieder verlassen, möchte jedoch unbedingt zurückkommen, um die Strecke über den Gotthard zu laufen. Hoffentlich das nächste Mal aber mit weniger Regen!



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