Über Genua zurück auf den E1
- leonieschmittinger

- 2. Mai 2023
- 3 Min. Lesezeit
Mein letzter Beitrag kommt mir oft wie eine Ewigkeit vor.
Und in diesem Fall kommt es mir nicht nur so vor, sondern ist auch so, da ich seit über zwei Wochen einen halb geschriebenen Blogeintrag vor mir herschiebe.
Oft bin ich abends zu müde zum Schreiben oder wenn ich dann Zeit habe fehlt mir die Kreativität oder die Worte wollen mir nicht so recht einfallen.
Daher nun also etwas zeitversetzt meine Erlebnisse in Norditalien:
Anfang April befand ich mich auf dem Weg nach Cinque Terre und nun habe ich schon meinen ersten Abschnitt in Deutschland durchquert und tanke gerade Energie zuhause im Schwarzwald.
Oft stehe ich einfach da und versuche zu realisieren, welche Strecke ich bereits hinter mir habe, aber so richtig gelingen will mir das nicht. Es ist schon ein bisschen verrückt!
Meine Route führte mich durch zwei der fünf Orte von Cinque Terre. Die Ausblicke waren sowohl von den Wanderwegen als auch in den Orten traumhaft und sind daher nicht umsonst ein sehr beliebtes Reiseziel.

Vernazza am frühen Morgen
An der Küste entlang ging es weiter in Richtung Genua, wobei der Weg durch die Berge immer wieder steil bergauf und bergab führte und ich meine Beinmuskulatur ganz schön herausfordern musste.
Einen Tag vor Genua war sogar ein kleinerer Abschnitt dabei, bei dem man etwas klettern musste und am Fels Ketten verankert waren, um sich festzuhalten. In 700 m Höhe war ich auch ganz dankbar um diese, da es doch sehr steil an den Seiten herunter ging.

Da mein Besuch in Genua auf das Osterwochenende fiel und sowieso alle Unterkünfte ausgebucht waren, quartierte ich mich auf einem Campingplatz außerhalb ein.
So schön der Pfad aus der Stadt auch war und tolle Ausblicke bot, so anstrengend war auch der Aufstieg in die Berge. Aber dann sah ich auf meiner Karte, dass sich meine Route und die des E1 überschnitten und da anschließend keine schneebedeckten Berge mehr zu erwarten waren, konnte ich beim nächstbesten E1 Schild wieder auf meine ursprüngliche Route wechseln.

Und während ich so langsam im Westen meinen Weg an Mailand vorbei ging, konnte ich plötzlich an einem eher regnerischen Tag die Alpen wieder sehen. Ein absoluter Gänsehautmoment für mich, da die Schweizer Grenze nun tatsächlich so nah war und ich begriff, dass ich nun nur noch knapp davor war, Italien komplett zu Fuß durchquert zu haben.

Erster Blick auf die Alpen
Vor der Grenze machte ich noch einen Zwischenstopp in Mailand, traf mich mit meiner Schwester und ihrem Freund und lief am Tag darauf eine Etappe mit meiner Schwester zusammen. Ich genoss die Gesellschaft sehr und wir hatten einen wunderschönen Tag.
Abends fuhr ich mit dem Bus an einen Campingplatz am Lago Maggiore, bevor am nächsten Morgen meine letzte Etappe in Italien anstand.

Sonnenuntergang am Lago Maggiore
Allerdings sah ich dann während dem Laufen, dass ich mich auf der Karte um eine Distanz von 10 km verschaut hatte und es noch insgesamt fast 45 km bis zur Grenze waren.
Doch allein der Gedanke der Grenzüberquerung und meine Freude reichten aus, um tatsächlich bis abends in Porto Ceresio anzukommen und mit dem breitesten Lächeln auf dem Gesicht im Regen mit dem Boot nach Morcote überzusetzen. In der Schweiz angekommen, hatte ich auf einmal wieder Energie und lief dann tatsächlich noch im Regen 10 km bis nach Lugano.

Kurz vor Lugano am See im Abendlicht
Noch immer völlig im Glücksrausch fiel ich dort ins Bett und freute mich auf die kommende Zeit in der Schweiz.



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