Auf dem Weg nach Finnland
- leonieschmittinger

- 27. Aug. 2023
- 2 Min. Lesezeit
Von Kautokeino aus ging ich das erste Stück an der Straße, um ein wohl sehr übles Sumpfgebiet zu umgehen, vor dem mich am Vortag ein anderer Wanderer gewarnt hatte.
An diesem Tag war auch der Regen wieder besser geworden, die Füße wurden durch Flussüberquerungen aber trotzdem nass.
Was neu war, waren die Bretter, die teils über sumpfige Gebiete gebaut waren und so den mühsamen Weg hindurch ersparten.
Am zweiten Tag begann mittags mein unterer Oberschenkel ein wenig zu Schmerzen und ich legte eine längere Pause ein und verringerte das Tempo. Da es nicht so richtig besser wurde, machte ich an diesem Tag schon nachmittags Feierabend und baute das Zelt auf.

Die tief stehende Sonne erleuchtet mein Zelt
Während es am kommenden Morgen einigermaßen ging, wurden die Schmerzen beim Laufen immer schlimmer und ich war gezwungen, inmitten eines Moskitohochgebietes, eine Pause einzulegen. Zu dem Zeitpunkt konnte ich kaum noch laufen und wägte daher meine Optionen ab. Ich nahm eine Schmerztablette und entschied, den Weg auf jeden Fall noch ein Stück weiterzugehen. Nach etwa dreißig Kilometern wäre eine Straße, von der ich notfalls sicherlich den Wanderweg verlassen könnte.
Ich entschied schließlich, den Weg nicht zu verlassen und die Etappe bis nach Finnland durchzuziehen. Durch die Schmerzen benötigte ich jedoch teils die doppelte Zeit und kam deutlich langsamer vorwärts.
Zuvor ging es erst durch eine Schlucht und anschließend in die Höhe über die Grenze nach Finnland.

Das Reisadalen ist selbst ohne Sonne ein schönes Tal
In den Bergen war teils ein starker Wind, manchmal auch mit Regen verbunden, was es mir nicht unbedingt leichter machte. Vor allem, weil das Terrain von Felsen geprägt war, über die man mehr oder weniger wie eine Bergziege balancieren musste. Und als wäre diese Balance- und Koordinationsübung nicht schon anstrengend genug, so machten es die rutschigen Steine und Felsen im Regen noch herausfordernder. Zusätzlich hatte ich die Schmerzen im Bein, die ich bei jeder Beugebewegung, also konstant, spürte.
Die Landschaft hätte jedoch kaum schöner sein können und das hat sich bei den Finnen auch herumgesprochen, so waren ab der Grenze reger Wanderverkehr und volle Hütten angesagt, was mich aber nicht weiter störte, da ich ohnehin mein Zelt bevorzuge.

Kurz vor Kilpisjärvi
Am letzten Tag wurden die Schmerzen sogar besser. Vielleicht ist das meiner Sturheit zu verdanken. Dennoch war ich überglücklich, in Kilpisjärvi angekommen zu sein und blieb dann letztlich sogar vier Nächte dort.



Ebenfalls Respekt von mir! Auch die Photos und Filme sind sehr gelungen. Gar nicht so einfach, das mitzudenken, wenn man doch wandert! Liebe Grüße😊
Wolfgang
Hallo Leonie,
ich habe mir mit Begeisterung deine Berichte über die E1-Wanderung angesehen, zolle dir höchsten Respekt und denke gerne an die Tage in Kilpisjärvi zurück.
Gruß, Thomas