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Auf dem Nordkalottleden an den Start des Kungsleden

  • Autorenbild: leonieschmittinger
    leonieschmittinger
  • 4. Sept. 2023
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 7. Okt. 2023

Der Campingplatz in Kilpisjärvi war wirklich schön und ich hatte alles, was ich brauchte. Es gab einen Supermarkt, eine Küche und sogar eine Sauna, die ich ganz fleißig nutzte.


Ich traf am ersten Tag eine andere Deutsche, die ebenfalls zu Fuß unterwegs war und wir verstanden uns auf Anhieb gut. Da sie am Tag darauf Geburtstag hatte, zelebrierten wir diesen mit Sauna und Snacks.


Die Schmerzen in meinem Oberschenkel, die ich noch von der letzten Etappe hatte, wollten aber nicht so richtig besser werden und nach der vierten Nacht entschied ich dann dennoch weiterzugehen. Mein Gefühl sagte mir, dass Bewegung besser sei als zu viel Ruhe. Und damit sollte ich tatsächlich richtig liegen!


Auf dem Platz traf ich noch ein paar andere Leute, hauptsächlich Wanderer, mit denen ich ins Gespräch kam, hatte aber insgesamt eine sehr schöne Zeit dort und konnte meine sozialen Akkus ein bisschen aufladen, da ich ansonsten die meiste Zeit alleine verbringe.


Da ich erst mittags aufbrach und es dann auch noch anfing zu regnen, lief ich am ersten Tag nicht so weit und beschloss am frühen Abend, als ich keine Lust mehr hatte, für heute Schluss zu machen. Davor passierte ich aber noch den Punkt, an dem sich die Ländergrenzen von Norwegen, Finnland und Schweden treffen. Dieser ist in einem See gelegen, der selbst im schlechten Wetter oder vielleicht gerade deswegen, eine mystische und sehr schöne Kulisse bot.


Treriksröset - Wo sich Schweden, Norwegen und Finnland treffen


Der Nebel am nächsten Morgen machte die Navigation teils schwierig, da die Markierungen kaum zu sehen waren und einmal verlor ich sie, so dass ich einen Fluss an der falschen Stelle kreuzte und somit wieder Wasser in die Schuhe bekam. Da diese noch vom Vortag nass waren, war das aber auch schon wieder egal.

Im Nebel ging es auch über die Grenze nach Schweden. Schon am Vortag hatte ich die norwegische Grenze überschritten und Finnland wieder verlassen.


Morgens im Nebel über die Grenze


Es ging ein ganzes Stück bergauf und gerade, als ich über den höchsten Punkt war, begann der Himmel sich mehr und mehr zu zeigen, so dass ich schon im Abstieg vollen Sonnenschein genoss.

Das folgende Tal war umgeben von Bergen und Seen und strahlte in der Sonne.


Etwa fünf Kilometer vor der nächsten Hütte traf ich eine andere Deutsche und wir liefen dann ein Stück zusammen, bevor ich den zweiten Aufstieg an diesem Tag begann und noch eine Hütte weiter ging.


Noch etwas Nebelverhangen, aber nicht weniger schön


Am kommenden Tag ging ein starker Wind, der etwa die Hälfte des Tages blieb.

Der Wanderweg war an diesem Tag jedoch deutlich belebter, als zuvor. So schnell fühlen sich insgesamt etwa fünfzehn Personen über den Tag verteilt nach "belebt" an...


Der nächste Morgen begann mit Sonnenschein und einem Zeltplatz, der kaum schöner sein könnte.

Die Sonne hielt sich leider nicht allzu lange und wurde schnell durch Nieselregen abgelöst, der dann auch den Rest des Tages bleiben sollte. Da die Hütte, bei der ich gezeltet hatte, schon etwas höher lag, war der Anstieg morgens nicht mehr ganz so lange. Oben angekommen ging es wieder über große Felsen und forderte Konzentration und Koordination.


Nicht immer ist das Terrain einfach - die letzten Kilometer am zweiten Tag


Bei der nächsten Hütte legte ich eine Pause ein und telefonierte mit meiner besten Freundin für eine ganze Weile, weil ich plötzlich mal wieder Empfang hatte und der Regen nicht gerade einlud, weiterzulaufen.


Irgendwann raffte mich aber dennoch auf und wanderte noch ein ganzes Stück weiter, bis ich abends an einem Fluss im immer noch Nieselregenwetter mein Lager aufschlug.


Und der nächste Tag sollte auch schon wieder der letzte auf diesem Abschnitt sein, da ich mir vorgenommen hatte, bis Abisko durchzulaufen. Die Vorfreude auf einen Supermarkt und Schokolade macht wirklich alles möglich!


Mit traumhaften Aussichten, aber auch immer wieder Sumpf und in der Mitte vielen Hügeln, zog sich der Tag ein wenig.

Doch irgendwann erreichte ich die erste Straße und wusste, dass die Schokolade in greifbare Nähe kam.


Sonne und Sumpf


Nachdem der Supermarkt geplündert war, ging ich, aus Ermangelung eines Campingplatzes, in ein Hostel und traf die letzten Vorbereitungen für den Start des Kungsleden.

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