Von Portopalo di Capo Passero nach Catania
- leonieschmittinger

- 14. Feb. 2023
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 26. Aug. 2023
Nach etwa dreißig Stunden Busfahrt war ich nun endlich auf Sizilien angekommen. Zugegeben, die Entscheidung den Bus zu nehmen hatte ich recht früh bereut, da ich dadurch zwei Nächte nicht schlafen konnte und schon ziemlich energielos am Morgen Catania erreichte.
Von dort aus fuhr ich mit dem Zug nach Noto und mit dem Bus weiter nach Pachino. Die letzten sechs Kilometer zu meinem Startpunkt legte ich zu Fuß zurück und kam dort schließlich Nachmittags an.

Startpunkt in Portopalo di Capo Passero
Es wurde noch eine kleine Etappe bis Marzamemi, etwa elf Kilometer nördlich des Kaps. Dort fand ich dann kurz vor der Dunkelheit noch einen Campingplatz, der zwar geschlossen hatte, da ja Winter ist, aber der Besitzer bot mir einen Bungalow für eine Nacht an, was ich sehr gerne annahm.
Am nächsten Morgen verließ ich zeitig den Platz und machte mich weiter auf in Richtung Norden, erst am Strand entlang und anschließend durch einen Naturpark, in welchem der Weg leider, soweit das Auge reichte, komplett überschwemmt war, so dass ich beschloss umzukehren und das Stück an der Straße zu laufen.
Nachmittags kam ich dann in Noto an und da es noch nicht allzu spät war, lief ich noch etwas weiter und fand schließlich, kurz vor Sonnenuntergang und am Ende meiner Kräfte, einen Platz abseits der Zivilisation auf einem Hügel, der sich perfekt für ein Nachtlager eignete. Leider wurde die Nacht so kalt, dass ich kaum Schlaf fand und komischerweise auch nicht richtig müde wurde. Dennoch war ich am Tag darauf einigermaßen ausgeruht und so ging es auf Forst- und Waldwegen an Höfen vorbei weiter nach Palazzolo Acreide. Auf dem Weg musste ich einen kleineren Fluss mehrmals überqueren, der zum Glück aber nicht zu tief war.

Eines der ersten E1 Schilder
Für den kommenden Tag nahm ich mir vor, es bis nach Lentini zu schaffen, da dazwischen kaum Unterkünfte lagen und die wenigen recht teuer gewesen wären.

Die Etappe führte mich vorbei an Kalksteinfelsen, durch einen Windpark und bot zum Abschluss eine wunderbare Aussicht auf Lentini mit Ätna im Abendlicht im Hintergrund. Leider hatte ich mit diesem Tag meine Kräfte etwas überschätzt und abends etwas Schmerzen in meinem Schienbein gespürt. Dennoch machte ich mich am darauffolgenden Morgen nach Catania auf, kürzte die Strecke zwar etwas ab, bereute aber am Abend dennoch nicht schon früher eine Pause eingelegt zu haben.
Endlich in Catania angekommen, beschloss ich auszuruhen und hoffte sehr, dass sich mein Bein schnell erholte.
Nicht genug, dass ich Schmerzen beim Gehen hatte, so war ich auch unendlich niedergeschlagen, dass ich bereits nach so wenigen Tagen zur Bettruhe gezwungen wurde.
Nach fast fünf Tagen ohne merkliche Besserung suchte ich schließlich einen Arzt auf. Ein Gespräch mit einer deutschen Ärztin gab mir dann Aufschluss darüber, dass ich höchstwahrscheinlich das Schienbeinkantensyndrom hatte.
In meinem Fall hatte sich dies wohl durch eine Überlastung gebildet und ich sollte langsamer machen. Für einen kompletten Abbruch meiner Wanderung musste ich mich daher bis jetzt zum Glück nicht entscheiden.

Nun sitze ich an den Klippen an einem Campingplatz in Catania, beobachte den Wellengang und hoffe, dass mein Bein kleinere Etappen ohne Probleme meistern kann. Zum ersten Mal seit Tagen bin ich jetzt wieder hoffnungsvoll, dass es weitergeht.



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